Gründerin und Inhaberin von ViVere der Schule für Aromatherapie und Aromapflege, Seminarleiterin, Bloggerin und Buchautorin – das alles ist Sabrina Herber.

Eine motivierte und engagierte Frau, die in Rheinland-Pfalz mitten im Hunsrück ihr Wissen und ihre Erfahrungen über die Aromapflege und -therapie weitergibt. Dort hat sie mittlerweile ein sehr großes Angebot an verschiedenen Aromapflege- und Aromatherapie-Seminaren aufgebaut. Außerdem können Pflegekräfte sowie Aromainteressierte in verschiedenen Gesamtausbildungen fundiertes Wissen erhalten und einen Abschluss machen.

Im gemütlichen Blockhaus mitten in Leisel geben sie und ihr Referenten-Team zu vielfältigen Aroma- und Gesundheitsthemen Seminare und Workshops. Wer also auf der Suche nach einer firmenunabhängigen Ausbildung ist, ist bei Sabrina an der richtigen Adresse. Wir schätzen ihre Arbeit sehr und möchten sie Euch deshalb auf unserem Blog vorstellen.

 

Liebe Sabrina, vielen Dank, dass Du Dir für unsere Fragen Zeit genommen hast!

 

  1. Was uns verbindet, ist die Leidenschaft zu den Düften. Wie bist Du zu den ätherischen Ölen gekommen?

Das ist eine längere Geschichte – vor ungefähr 20 Jahren führten meine Schwester und ich einen Bioladen auf einem Demeterhof. Dort begegneten mir bei einer Bestellung unseres Zulieferers zum ersten Mal die ätherischen Öle von Primavera, sowie deren Serminarprogramm. Meine nebenberufliche Tätigkeit in einem Altenpflegeheim bestärkte mich zudem „mehr tun zu wollen, als einfach nur zu pflegen“. So entschied ich mich zu der Ausbildung zur Aromapflegerin bei Primavera. Dadurch, dass ich meine Oma begleitete, als sie starb, wurde ich in diesem Wunsch umso mehr bestärkt.

  1. Lebenslanges Lernen gehört dazu. Wo hast Du Dein umfangreiches Wissen über die Welt der Düfte her? Wo bildest Du Dich weiter?

Meine Ausbildung machte ich bei Primavera, weitere Fortbildungen fanden zusätzlich bei Katharina Zeh, Eliane Zimmermann, Christine Lamontain und auf vielen Fachkongressen statt. Zu der Ausbildung zur Aromaexpertin kamen noch eine Weiterbildung zur Hospizbegleiterin, zur Gesundheitspraktikerin und zur MediAkupress Praktikerin hinzu.

  1. Welches Erlebnis mit den Ölen hat Dich am nachhaltigsten beeindruckt?

Oh, da gibt es mittlerweile ganz viele tolle Erlebnisse. Ein Beispiel war die Wundbehandlung meines Sohnes nach einer OP am Großzeh, aber auch die Begleitung meiner Tochter, die an einer Knochenzyste operiert werden musste und deren Psyche sehr labil war. Hinzu kommen die Sterbebegleitungen meiner beiden Omis.

 

Vielfältig interessiert und viele Projekte

  1. Wie kam es zu dem Wunsch, eine Schule für Aromatherapie/pflege zu eröffnen?

Während meiner Zeit in der Pflege stellte ich fest, dass viele Pflegende, mich inbegriffen, mit der Pflegesituation sehr unzufrieden waren. Dies hängt mit der fehlenden Zeit und Zuwendung für Patienten und Bewohner zusammen. Dazu kam das Gefühl, dass gerade alte Menschen keine Lobby haben. Die Arbeit mit den ätherischen Ölen beeindruckte mich sehr, denn das Pflegeverständnis und der Umgang mit den zu pflegenden Menschen wurde anders, sobald ein „Duft“ ins Spiel kam. Außerdem bereitete es mir unendlich viel Freude, mein erlerntes Wissen an andere weiterzugeben und die vielfältigen Möglichkeiten der Aromapflege zu multiplizieren.

  1. Was zeichnet Dich, Deine Seminare und Deine Schule aus?

Sich selbst zu beurteilen ist immer schwierig – aber aus Rückmeldungen meiner Seminarteilnehmer weiß ich, dass diese die Atmosphäre in meinem Seminarhaus, die kleinen Gruppen (max. 14 Teilnehmer) und die Firmenneutralität in meinen Seminaren sehr schätzen. Nicht zuletzt, denke ich, dass ich auch eine kompetente Aromaexpertin bin 😉

  1. Mal unter uns Bloggern, wie ist die Resonanz auf Deinen Blog?

Ich schreibe nun seit 2009 meinen Blog und stelle fest, dass sich das Bloggen in den letzten Jahren sehr verändert hat. Dies hat sicherlich auch mit anderen, immer größer werdenden sozialen Netzwerken wie Facebook zu tun. Die Leserschaft wünscht sich heute einfache, übersichtliche Informationen und weniger „drumherum“. Persönlich finde ich das sehr schade, da besonders bei der Arbeit mit den ätherischen Ölen, die einfachen Lösungen nicht immer die Besten sind. Daher bin ich der Meinung, dass für die Anwendung ätherischer Öle mehr Hintergrundwissen von Nöten ist. Ich, wie auch viele andere Kolleginnen, bin darum immer sehr bemüht, diese Informationen nicht zu kurz kommen zu lassen.

  1. Auch bei Facebook hast Du eine sehr erfolgreiche „aromaMAMMA“ Gruppe gegründet. Was sind die spannendsten Beiträge, die dort ausgetauscht wurden?

Dort gibt es viele Fragen, die junge Eltern beschäftigen, die sich neben den schulmedizinischen Behandlungen für die alltäglichen „Wehwechen“ ihrer Kinder naturheilkundliche Alternativen und weniger „Chemie“ wünschen. In dieser Gruppe versuchen wir auch, unglaublich viel Aufklärungsarbeit bezüglich der Qualität ätherischer Öle zu leisten. Seitdem große amerikanische MLM Unternehmen den Markt immer mehr an sich reißen und Eltern bezüglich der richtigen Anwendung und der Ölqualität sehr verunsichern, ist dies eine unserer Hauptaufgaben in Sachen Aufklärung geworden. Die Gruppe führe ich zusammen mit Eliane Zimmermann.

 

Einblicke in das Buchprojekt

  1. Wir haben gesehen, dass Du nun auch unter die Autoren gegangen bist. Was war die Motivation hinter Deinem Erstlingswerk?

Mein größter Wunsch war es schon immer, ein Buch zu schreiben – nun war die Zeit einfach reif dazu. Und wie so oft im Leben, kam es, wie es kommen musste, der Joy-Verlag fragte mich, ob ich mir ein Buch zum Thema „Aromatherapie in der häuslichen Pflege“ vorstellen könnte. Dieses Thema ist eines meiner wichtigsten überhaupt und die Entscheidung fiel mir mehr als leicht. Gerade in der häuslichen Pflege können Angehörige so viel mehr tun und sind für Anregungen sehr dankbar. So ist ein toller Ratgeber entstanden, der sicherlich auch für viele professionell Pflegende eine Bereicherung für ihre Arbeit sein wird.

  1. Um was genau geht es in Deinem Buch, möchtest Du uns einen kleinen Einblick gewähren?

In diesem Buch versuche ich, Themen, die bei der Pflege eines Angehörigen entstehen, aus der aromapflegerischen Sicht aufzugreifen und mit vielen einfachen Tipps und Anregungen zu helfen.

Die Aromatherapie wird seit vielen Jahren erfolgreich in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt. Sie kann auch von pflegenden Angehörigen einfach und effektiv zu Hause angewendet werden.

Ätherische Öle haben eine starke Wirkung auf das seelische Wohlbefinden und unterstützen die Pflege durch ihre antibakteriellen, entzündungshemmenden, entkrampfenden und schmerzlindernden Eigenschaften.

Eine Fülle an Pflege-Tipps und viele naturheilkundliche Rezepturen werden zu Verfügung gestellt:

  • für Waschungen und Bäder
  • für die Haut- und Mundpflege
  • zur Dekubitus- und Intertrigoprohylaxe
  • bei Schlaflosigkeit, Angst und Unruhe
  • zur Unterstützung onkologischer Patienten
  • zur Begleitung bei Demenz
  • für die palliative Aromapflege

 

  1. Können wir künftig noch mehr Bücher von Dir erwarten?

Ja – aber mehr darf ich im Moment dazu noch nicht verraten.

 

Selbstfürsorge und die Balance im Leben

  1. Was ist Dein Lieblings-Öl (ätherisches und fettes Öl) und warum?

Oh – meine Lieblingsöle schwanken fast täglich ;-), aber ich liebe die meisten Zitrusöle sehr. Bei den Pflanzenölen ist mein absoluter Favorit das Johanniskrautöl, dicht gefolgt von Sanddornfruchtfleischöl.

  1. Was machst Du, wenn Du freie Zeit hast? Gibt es besonders schöne Orte, die Du uns in Deiner Region empfehlen kannst?

Freie Zeit, was ist das? Tatsächlich dreht sich in meinem Leben fast alles um die ätherischen Öle und um meine Schule. Da bin ich meinem Mann und meinen Kindern besonders dankbar, dass sie mich sehr unterstützen und dieses Leben mit mir tragen und leben. In unserer Freizeit verbringen wir viel Zeit in der Natur, entweder in unserem Garten oder wir wandern auf einer der zahlreichen Traumschleifen in unserer Region. Wir haben das Glück, fast mitten im „Nationalpark Hunsrück-Hochwald“ zu leben. Eins meiner größten Hobbys ist die Pflanzenfotografie.

 

Öle für die Reise

  1. Andere Länder, andere Düfte – was ist Dein Lieblings-Reiseland und warum?

Wir reisen einmal im Jahr auf die Insel Kos – dort können wir uns am besten entspannen. Zusätzlich versuchen wir aber auch, einmal im Jahr noch andere Orte kennenzulernen. Ich bin außerdem ein großer Fan von Südtirol, mich faszinieren die Berge und die wundervolle Natur dort.

  1. Welche Öle würdest Du mit auf die Insel nehmen?

Lavendel, Teebaum, Manuka.

  1. Gibt es noch etwas, dass Du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Wir Menschen sind Nasentiere und erfreuen uns bewusst und unbewusst an guten Düften. Leider werden wir mit jeder Menge „Duftmüll“ täglich konfrontiert. Dies belastet uns sowohl körperlich wie auch seelisch. Daher wünsche ich mir wieder mehr einen bewussten Umgang mit natürlichen Düften und die nötige Achtsamkeit dafür.

 

Schaut mal auf der Seite von ViVere vorbei…