Wenn es um Aromatherapie geht, fallen vielen sicherlich gleich die kleinen braunen Fläschchen mit den duftenden Pflanzenessenzen ein. Der eine oder andere weiß auch, dass die fetten Öle, auch Trägeröle genannt, ebenfalls dazu gehören. Oftmals bei Massagen verwendet, sind diese zudem die Grundlage der Naturkosmetik und können sogar in der Küche verwendet werden. Doch von den Pflanzenwässern, den Hydrolaten, haben die wenigsten etwas gehört, geschweige denn eine Idee, wie sie diese einsetzen können. Doch sie sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Aromakunde, auch wenn dies oft vergessen wird. Hier möchten wir nun für etwas Inspiration im Umgang mit den kostbaren Blütenwässern sorgen.

 

Am Anfang war die Wasserdampfdestillation

Bei der Destillation der verschiedenen Pflanzen wie Lavendel, Pfefferminze, Rosmarin, Immortelle oder Rose wird hauptsächlich beabsichtigt, das ätherische Öl zu gewinnen. Über das wunderbare Rosenöl, das wir in Bulgarien kennengelernt haben, könnt ihr hier noch einiges lesen. Doch bei diesem Gewinnungsverfahren, aus dem übrigens die meisten ätherischen Öle gewonnen werden, entsteht als Beiprodukt das Pflanzenwasser. In der Aromatherapie haben wir eine große Anzahl an wunderbaren Hydrolaten, die wir einsetzen können. Lange Zeit sprach man diesem duftenden Wasser keine besondere Bedeutung geschwiege denn Wirkung zu. Das destillierte Wasser ist jedoch mit den wasserlöslichen Bestandteilen der Pflanze versetzt. Somit ist es verständlich, warum auch ein Lavendelwasser, also das Hydrolat von Lavendel, eine beruhigende Wirkung hat. Wir können es bei juckender Haut einsetzen, zudem hat es entspannende Wirkungen. Sein Duft ist allerdings nicht dem des ätherischen Öls gleichzusetzen, was den Anwender am Anfang verunsichern kann. Dies kommt bei einigen Hydrolaten vor.

 

Vielfältig für selbstgemachte Naturkosmetik einsetzbar

Im vorherigen Artikel über den duften Mann haben wir schon einige Ideen für Rezepte mit Hydrolaten vorgestellt. Sie eignen sich hervorragend zum Herstellen von Gesichts-, Haar- und Rasierwässern, ein Rezept für ein Rasierwasser findet Ihr in meinem Artikel „Die Welt der Düfte, die Welt der Aromatherapie II„. Hydrolate dienen zudem als Grundlage von Deodorants, außerdem können wir sie auf Reisen als Erfrischung nutzen und in der Küche verwenden. Leider gibt es oft nur wenig Auswahl von hochwertigen Hyrolaten, denn sie verkeimen schnell, wenn sie nicht konserviert werden. Eine Konservierung mit Alkohol ist zwar sinnvoll, kann das Dufterleben jedoch verändern. Die Pflanzenwässer enthalten neben den wasserlöslichen Stoffen der Pflanze ca. 0,1–0,5 % ätherisches Öl. Sie sind eine gute Grundlage für die Naturkosmetik. Wer im Sommer eine Alternative zu zuckerhaltiger Limonade sucht, kann zum Beispiel durch ein paar Sprühstöße mit Pfefferminzhydrolat seinem Wasser einen guten Geschmack verleihen, was mit dem ätherischen Öl definitiv nicht möglich ist. Das angenehm kühlende Pflanzenwasser wirkt als Einreibung der Beine und Füße abschwellend.

Weitere Informationen über die Verwendungen der verschiedenen Pflanzenwässer gibt es im Grundkurs der Aromapflege.