Fast jede Woche stolpere ich wieder über einen Artikel über sogenanntes „Superfood“. In jedem Medium scheint es unaufhörlich geniale Informationen zu geben über gigantische Nahrungsmittel aus der Natur, die so megatolle Eigenschaften haben und jeden, der sie isst von allen Leiden heilen und mehr als gesund machen. Es ist eine Artikelschlacht um das beste „Superfood-Nahrungsmittel“ und es übertrumpfen sich die Aussagen, was diese gigantischen „Superfoods“ alles bewirken können. Die außerordentlichen Eigenschaften werden angepriesen und es wird gut vermarktet. Doch was haben wir davon? Wirklich eine so besondere Neuentdeckung? Oder einfach altes Wissen, das marketingtechnisch sehr gut aufbereitet und verbreitet wird?

Schon immer da, schon immer wirksam

Lange bevor dieser – für mich sehr abstrakte – Begriff geprägt wurde, wussten unsere Vorfahren, welches Hausmittelchen sie bei welchem Wehwehchen nutzen konnten. Etwa Knoblauch zu essen, weil er gut fürs Herz ist. Zitronensaft zu nutzen, weil er das Immunsystem stärkt. Ananas zu verzehren, weil sie auf die Stimme balsamisch wirkt. Pfefferminze ins Waschwasser geben, weil sie erfrischend ist und fiebersenkend wirkt. Es gäbe noch zig weitere Beispiele über wirksame Lebensmittel, die uns die Natur zur Verfügung stellt. Die Stärken waren bekannt und die gezielte Anwendung war weit verbreitet. Es existierte ein gutes Erfahrungswissen, welches weitergegeben und bei Bedarf gezielt angewendet wurde.

Für die Gesundheit einmal um die halbe Welt

Was zudem auffällt: Um unsere hier in Deutschland heimischen „Superfoods“ wird sich kaum gekümmert. Auch in unseren Breitengraden wachsen viel tolle Lebensmittel, die unseren Körper unterstützen und uns gut tun. Die meisten der besonders heilsamen Nahrungsmittel legen einen sehr weiten Weg zurück vom Ernteort bis in den heimischen Supermarkt und damit auch auf unseren Teller. Man könnte meinen, dass es nur im Ausland solch beachtliche Lebensmittel gäbe, doch das ist ein großer Trugschluss. Auch hier bieten die heimische Natur und der Kräutergarten eine große Vielfalt an: von der Ackerminze, verschiedenen ursprünglichen Apfelsorten, Brennnesseln, Brombeeren, über Fenchel, Haselnuss, Johannisbeeren, Rüben, Sanddorn, bis hin zu Sellerie. Für die besondere Ladung gesunde Pflanzenpower müssen wir nicht mal in den Supermarkt gehen, sondern können uns im eigenen Garten bedienen.

Alles hat seine zwei Seiten

So wie im Leben immer alles positiv und negativ sein kann, haben auch die „Superfoods“ ihre Schattenseiten. Es gibt kein Lebensmittel, das ausschließlich nur vorteilhaft ist. Jedes „Superfood“ hat – wie auch jeder Mensch – seine Stärken und kann uns in einem Bereich gut helfen. Und: „Die Dosis macht das Gift“, denn auch diese Lebensmittel sind im übermäßigen Gebrauch schädlich, sei es die Ananas, die Durchfall verursachen kann, osei es, dass wir uns zu einseitig von einem gesunden Nahrungsmittel ernähren, was uns auch nicht gesünder macht, sondern eher Mangelerscheinungen vorruft.

Eigenverantwortung – nicht nur die gute alte Bewegung hilft

Liest man Artikel über besagte Superfoods, dann kann man denken, dass es reicht, dieses zu essen, um ein gesundes Leben zu führen. Wir können also getrost weiter zu fettig, zu salzig, zu süß und auch zu viel essen, denn es wurde schon ausreichend für das gesunde Leben getan dank „Superfood“. Eine Haltung, die leider häufig anzutreffen ist. Für ein Leben mit einer hohen Lebensqualität und einem gesunden Körper und Geist müssen wir jedoch selbst aktiv etwas tun. Nahrung ist nur ein Teil davon.

Es macht durchaus Sinn, sich ausreichend an der frischen Luft zu bewegen und weiterhin Sport zu treiben, genug Wasser zu trinken und sich für gesunden erholsamen Schlaf rechtzeitig ohne Medienkonsum ins Bett zu legen. Ebenso sollte man sich regelmäßig eine Auszeit gönnen und auf seinen Körper hören, denn oft haben wir im Alltag einen hohen Stresspegel. Soziale Kontakte tragen auch zu unserem Wohlbefinden bei, denn im Freundeskreis oder in einer harmonischen Partnerschaft ist unser Immunsystem stärker. Unsere Gesundheit ist von viel mehr Faktoren abhängig als nur von der Einnahme eines „Superfoods“. Wir haben es selbst in der Hand, ob wir anfangen, für uns selbst zu sorgen und uns gesund und munter zu erhalten.

Was sind denn Deine alltäglichen Maßnahmen, um Dich fit und munter zu halten? Was hältst Du von Superfoods? Hast Du vielleicht Erfahrungen mit Superfoods gemacht?

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