Die Botanik der Alpenwelt in Südtirol

 

Vorbei an den deutschen Alpen mit der Zugspritze, durch Österreich hindurch und über den Brenner hinweg liegt Südtirol. Die nördlichste Provinz Italiens mitten in den Alpen besitzt eine beeindruckende Bergwelt, in der es botanisch viel zu entdecken gibt.

Da wir vor Ort auch mobil sein wollen, haben wir eine circa sechsstündige Autofahrt von Frankfurt aus auf uns genommen. Nach einen kleinen Rast in Oy bei PRIMAVERA LIFE ging es weiter durch Österreich über die wohl europaweit bekannte Brennerautobahn. Hier lohnt es sich, im Voraus ein Ticket zu kaufen, um ohne Aufenthalt passieren zu können (wir konnten die genauen Daten der Hin- und Rückfahrt angeben).

Inmitten der italienischen Alpen befindet sich im Pustertal unsere Unterkunft bei Monika auf dem Schloterhof. Sehr ruhig gelegen, konnten wir mit einem atemberaubenden Blick auf die Berge zu unseren verschiedenen Zielen starten. Wir hatten hier alles, was wir brauchten: Ruhe im Grünen und eine gut ausgestattete Küche.

Mit Monika haben wir wieder eine offene und freundliche Gastgeberin gefunden, sie versorgte uns mit frischer Milch und Eiern vom Hof. Da Jens auch auf unserem Reisen gerne kocht, hat er aus diesen Zutaten die weltbesten Pfannenkuchen gezaubert! Mit einem Tropfen ätherischen Vanille-Öl in den Teig und frischem Obst einfach ein geniales Frühstück. Zwar nicht vegan, doch sehr schmackhaft.

 

Botanischer Zauber in Meran

Für die Zeit hier in Südtirol haben wir einige dufte Ausflüge geplant, etwa die Trauttmannsdorffer Gärten in der Kurstadt Meran, ein besonderer botanischer Garten. Ihr Wahrzeichen ist das Schloss Trauttmannsdorff, in dem sich das Landesmuseum für Tourismus (Touriseum) befindet. Auf rund zwölf Hektar, mit einem Höhenunterschied von 100 Metern, sind hier verschiedene Gärten mit unterschiedlichen botanischen Schwerpunkten zu finden. Der Garten ist sehr weitläufig und wird mit viel Liebe zum Detail gepflegt. Hier konnten wir auf der Suche nach den Pflanzen der Aromatherapie die Zeit vergessen. Neben den verschiedenen Agrumenfrüchten, über die Myrte, bezaubernde Rosensorten bis hin zur Zypresse haben wir auch Exoten wie Kardamom, Jasmin, Kakao und Ylang-Ylang gefunden. Unsere Pause haben wir mit einem belegten Brot auf einem der vielen Aussichtspunkte verbracht. Die Weitläufigkeit des Geländes vermittelt ein Gefühl des Loslassens und Durchatmens – kein Gedränge, keine Enge bedrücken uns. Da das Wetter leider nicht ganz so mitgespielt hat, sind wir länger in das Museum im Schloss gegangen. Langweilig war gestern, das Museum war spannend und interaktiv gestaltet und hat beim Murmelspiel aus Erwachsenen Kinder gemacht.

 

Ätherische Öle aus den Pflanzen von Südtirol direkt vom Hersteller

Quasi vor unserer Haustüre liegt in Issing bei Pfalzen die Latschenöl Brennerei Bergila. Ein kleines Familienunternehmen, das sich seit 1912 in der nun vierten Generation auf die Gewinnung und Verarbeitung von (nicht nur) heimischen Heilpflanzen spezialisiert hat. Hier, auf einer Meereshöhe von 900 Metern, wird unter der Leitung von Frank Niederkofler auch das Öl der Zirbelkiefer destilliert. Wir hatten großes Glück und konnten bei der Destillation und der letzten Kesselleerung dabei sein. Bei einer Rundführung durch die Destille lernten wir viel über die ätherischen Öle aus der heimischen Bergwelt. Für Aromabegeisterte definitiv einen Besuch wert, die Türen stehen für Neugierige und Interessierte offen, da bei Bergila Transparenz wichtig ist. Gleiches gilt für Nachhaltigkeit, denn das warme Wasser wird in ein Wellnesshotel geleitet und die Pflanzenreste der Destillation werden zerkleinert und wieder in den Kreislauf zurückgegeben. Der Kräutergarten beim großen Gebäudekomplex ist mit vielen bekannten Phyto- und Aromapflanzen wie Beinwell, Baldrian, Salbei und Zitronenverbene bestückt. Für Freunde der Aromatherapie und Naturkosmetik-Liebhaber lohnt sich ein Besuch im Shop mit den tollen Angeboten – sehr zu empfehlen ist das Kräuter-Shampoo.

 

Freiheitsreisende hoch hinaus

Von unserer Unterkunft schauten wir Richtung Kronplatz, auf einen 2275 Meter hohen Berg – auch die dazugehörige Ferienregion wird so genannt. Dort wurde im Juli 2015 das sechste und letzte Museum der Museumskette der Messner Mountain Museen eröffnet. Das Gebäude wurde von der bekannten Architektin Zaha Hadid realisiert, ragt in den Berg hinein und bietet durch eine spannende Architektur Ausblicke durch das Gebäude in das Tal hinaus. Allein schon wegen der besonderen Architektur lohnt sich ein Besuch. Im Museum selbst gibt es viele Bilder zu bestaunen – alles rund um das Thema Klettern. Da der Kronplatz im Winter hauptsächlich ein Skigebiet ist, wirkt die Natur im Sommer mit ihren kargen Wiesen eher kahl. Dennoch sind wir mit der Seilbahn hinaufgefahren und haben beim Abgang ins Tal zurück viele Zirbel- und Latschenkiefern gesehen.

Das „grüne Tal“ wie das Pustertal auch genannt wird, bietet in Bruneck, dem Hauptort des Tals, eine schöne, malerische Altstadt, die neben den altbekannten Ketten-Läden auch ein paar Raritäten zu bieten hat. In der Via Centrale haben wir einen nostalgischen Unverpackt-Laden mit getrocknetem Obst gefunden und konnten uns leckere kandierte Ananas, Mangos und Papaya aussuchen, die wir auf der Burg Bruneck mit Blick über die Stadt verspeist haben.

 

In Südtirol sind Aromafreunde unter sich

Als Hepprumer Bu weiß man, dass die Partnerstadt von Heppenheim Kaltern in Südtirol ist. Ein direkter Nachbarort ist Eppan an der Weinstraße. Dort führt Doris Karadar seit 1989 das Bio Paradies. Ein Reformhaus der besonderen Art, denn Doris ist eine sehr wissbegierige Aromakollegin, die ihre Kenntnisse auf den vielfältigen Gebieten der Naturheilkunde erweitert hat, was sich im Angebot ihres Ladens widerspiegelt. Ein besonders reichhaltiges Sortiment an Naturkost, eine große Auswahl an Tee, Räucherwerken, ätherischen Ölen und Hydrolaten von bekannten Herstellern und Firmen und vieles mehr findet sich hier. Wer eine kompetente Beratung braucht, für den ist Doris die richtige Ansprechpartnerin. Mit ihrer ansteckend guten Laune ist sie ein wandelndes Lexikon und keine Frage ist ihr zu viel.

 

Fazit: Südtirol bietet ein reichhaltiges Angebot an vielen schönen Ausflugszielen sowie botanischen Besonderheiten, die für Aromafreunde ein Muss sind, wie Bergila, Doris Karadar vom Bioparadies und die Trauttmannsdorffer Gärten. Wer gerne die Ruhe genießt, findet auf dem Schloterhof eine wunderbar erholsame Unterkunft.

 

 

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