„Geh du vor“ sagt die Seele zum Körper „auf mich hört er nicht, vielleicht hört er auf dich“. „Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für dich haben“ sagt der Körper zu Seele. (La Rochefoucauld)

 

 

Die Ansicht der Psychosomatik

Es gab eine Zeit, da nahmen die Mediziner an, dass der Körper und der Geist voneinander unabhängige Einheiten sein. Die Ansicht, dass der Körper eine Maschine sei, scheint noch heute in viele Köpfen vorhanden zu sein. Schnell wieder gesund und leistungsfähig werden, das ist meistens das Ziel. Wer nimmt sich heute noch die Zeit für die Phase der Krankheit?

Also mal einfach krank sein und dem Körper und auch der Seele Zeit zu geben, sich zu erholen. Allzu oft dominiert die Ansicht, dass eine Tablette das schon wieder richten wird. Ebenso verhält es sich mit der Annahme, dass man die Magenschmerzen mit der entsprechenden Medikation wieder richten kann.

 

Der Zugang zum Körper fehlt

Erinnerst du dich an die Unterrichtsstunden, in denen die Klasse den „Bodyscann“ durchgeführt hat und sich danach ausgetauschte über die verschiedenen Empfindungen? Und wo man gemeinsam Meditationsübungen gemacht hat? Oder wie man über Emotionen und deren gesunden Umgang besprochen hat? Ich leider nicht.

Wir lernen heute in unserer Gesellschaft immer weniger über uns, unsere Gefühle und unseren Körper kennen. Erst wenn etwas „kaputt“ ist, wir krank werden, fällt er uns auf und wir schauen genauer hin. Das ist sehr schade, denn auch wenn es uns gut geht, sollten wir unseren Körper kennen lernen und wissen, wie wir uns fühlen. Ich meine damit nicht nur „gut und gesund“ fühlen, sondern differenziert wahrnehmen, wie es uns im gegenwärtigen Moment geht.

 

Nimm Kontakt zu deinem Körper und deinen Gefühlen auf

Lerne deinen Körper kennen – es gibt so viele sinnvolle Übungen. Schau mal bei unseren Buchtipps vorbei, um Anregungen zu bekommen. Doch wir sind nicht nur unser Körper, wir sind so viel mehr als das. Weißt du, wie es sich anfühlt, wenn du traurig bist, oder du vor Wut platzen könntest oder dein Herz vor Freude lacht? Für die meisten Menschen ist es schwer, ihre Gefühle zu erkennen und zu benennen. Noch schwerer ist es, mit den Gefühlen, die in der Gesellschaft „inakzeptabel“ sind, umzugehen. Männer weinen nicht, Frauen sind nicht wütend oder werden laut und noch mehr Überzeugungen halten sich wacker. Dabei ist es wichtig, sich seiner Gefühle bewusst zu sein, denn die Gefühle gehören zum Menschsein dazu.

 

Wir sind komplexe Wesen, die in einem Körper verschiedene Empfindungen spüren, die Gefühle haben und denen oftmals zig tausend Gedanken durch den Kopf sausen. All dies ist in einem stetigen Wechselspiel und das noch beeinflusst durch unsere Außenwelt. Doch leider hören wir kaum noch auf unseren Körper und schon gar nicht auf unseren Bauch. Unser Bauch kann so viel mehr als nur Verdauen. Ist dir schon mal was auf den Magen geschlagen? Damit meine ich nicht das ungesunde Schnellimbiss-Essen, sondern eine Situation, die dir schwer im Magen lag. Oder wie oft hörst du auf dein Bauchgefühl, wenn es um eine Entscheidung geht? Hörst du da auf das leise Säuseln deiner inneren Stimme oder schreit die Ratio, wo es langgeht.

 

Wenn der Körper streikt und doch alles gesund ist

Psychosomatische Erkrankungen nehmen weiterhin in unserer westlichen Gesellschaft zu. Das sind die Erkrankungen, bei denen jemand ein körperliches Symptom hat und die Ärzte nach ausreichender Diagnostik nichts finden können. Der Körper ist da sehr einfallsreich: Es kommt zu Atemnot, „Herzanfällen“ sogar bis hin zu Gangstörungen. Bizarre Bilder, die auftreten können und der Arzt sagt, man sei gesund: „es liege an der Psyche“. Das ist für viele ein Schock und sie können es nicht verstehen, dass es eine seelische Ursache hat. Sich das einzugestehen hat schon viele Tränen gekostet, ist jedoch der erste und sehr wichtige Schritt auf dem Weg der Genesung.

 

Komme in Kontakt mit dir durch die Krankheit

Krankheiten sind oftmals Zeichen des Körpers, die uns signalisieren, dass etwas ins Ungleichgewicht gekommen ist. Denn der Körper ist ein Abbild des psychischen Innenlebens. Schon mal gefragt, was du nicht so recht verdauen kannst? Wovon du die Nase voll hast? Was dir die Luft zum Atmen nimmt? Was ein Herzensthema ist? So oft im Leben hören wir nicht auf unser Bauchgefühl, die innere Stimme oder die Intuition. Zudem übergehen wir die Leistungsfähigkeit unseres Körper so oft, was erstmal anscheinend auch gut geht. Doch irgendwann müssen Körper und Seele sich erholen, sich regenerieren. Uns ein Zeichen geben, dass wir nicht alles mit dem Verstand lösen können. Der Körper wird, wenn wir ihn und die Seele lange ignorieren, die Notbremse ziehen.

 

Nimm dir Zeit für DICH

Hast du dich beim Schnupfen in der Erkältungszeit schon mal gefragt, wovon du die Nase voll hast?

Wenn du flach liegst, was dir im Magen liegt, oder die Luft zu Atmen nimmt, dir auf den Schultern lastet? Nimm dir Zeit und fange an, dich kennen zu lernen. Spüre in dich hinein und frage dich, was die Krankheit bewirkt. Wozu sie dich zwingt, was du dadurch nicht mehr tun kannst. Höre in dich hinein und nehme wahr: deine Gedanken, deine Gefühle, dein Körperempfinden. Fang damit an, aufzuhören, dich als Maschine wahrzunehmen, die nur Leistung bringen soll und muss. Fange an, dich als Mensch wahr und ernst zu nehmen. Jemand mit Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen. Gönne dir Zeit und Ruhe zur Genesung, gönne dir viel stilles Wasser, gemütliche Bewegung an der frischen Luft und gesunde Ernährung.

 

Anregungen für DICH

Fühle in deinen Bauch hinein und sei ehrlich zu dir selbst. Wie oft gönnst du dir eine digitale Auszeit, einen Spaziergang in der Natur, Zeit nur für dich, einen wohltuenden Duft, eine Massage, einfach nur dasitzen und deine Lieblingsmusik hören? Wie oft im Alltag, jeden Tag, gehst du mit dir selbst liebevoll um? Hörst auf deinen Körper, wenn er Hunger hat, aufs Klo muss, müde ist? Wie viel Stunden Schlaf gönnst du dir? Was sind deine Massnahmen, wenn du wütend oder traurig bist?

 

Bringe dich in Balance und pass auf dich auf. In meinem Seminar „Aromapflege in der Psychosomatik“ geht es um den Einsatz von ätherischen Ölen bei psychosomatischen Erkrankungen. Weitere Seminare gibt es bei Seminarangebote.

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