Wer einmal miterleben durfte, wie weit der Weg der Rose ist, bis wir das wunderbar duftende ätherische Öl in der Hand halten, wird es achtsamer wahrnehmen können. Wir hatten die Chance, uns in Bulgarien auf unserer Duftreise mit der Rosenbotschafterin Ekaterina intensiv mit der Rose zu beschäftigen. Die Welt der Düfte ist eine ganz besondere, jede Pflanze, von der wir das ätherische Öl gewinnen können, ein Wunder der Natur. Vor allem die Rose, ihr Öl begeistert mich schon so lange. Es ist eines der teuersten Öle, die es in der Aromatherapie gibt. Die Ernte und die weiteren Schritte bis hin zur Destillation sind jedoch nicht so rosig, wie man es sich vorstellen möchte. Es ist ein knochenharter Job, der den Menschen körperlich viel abverlangt und wenig einbringt. Die Gewinnung des Öles ist alles andere als romantisch und der Handel und Verkauf ebenso wenig.

 

Kampf um die Rosen bevor sie verblühen

Die Rose ist das Symbol Bulgariens und von dort, so heißt es, kommt das beste Rosenöl. Im Tal der Rosen finden sich unzählige Rosenfelder, die von kleinen Bauern und größeren Unternehmern bewirtschaftet werden. Dort liegen sie gut geschützt zwischen dem Balkangebirge und der Gebirgskette Sredna Gora. Von Mai bis Juni erwachen die Rosenstöcke und die Rosa damascena, wie sie mit botanischem Namen heißt, blüht auf. Dies ist Zeit, in der die Rosen sehr zügig geerntet werden müssen, bevor sie verblüht sind. Für drei Wochen ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Viele Pflücker kommen aus den Dörfern oder von weit weg und grasen die Felder in ihren meterlangen Reihen von unten bis oben ab. Die Rosen werden am Ansatz abgepflückt, sie dürfen nicht zu sehr verblüht sein, aber auch nicht mehr zu knospig.

Beutel um Beutel wird gefüllt und dann zum Destillateur gebracht, der sie wiegt und die Pflücker nach Kilopreis auszahlt. Für einen Kilo gibt es 1 Luv, das sind umgerechnet fünfzig Cent. Die Wetterbedingungen haben große Auswirkungen auf die Rosenernte. Wenn es zu heiß war und wenig geregnet hat, tragen die Rosenstöcke weniger Blüten. Aber egal, die Rosenbauern stehen morgens früh auf, um die Rosen zu ernten. Säckeweise werden sie in großen LKW zu den Destillen gebracht, abgewogen, in den riesigen Kessel geworfen und gewässert, bevor die Wasserdampfdestillation beginnt. Hierbei werden durch den heißen Dampf die ätherischen Öle aus den Blütenblättern gerissen und kühlen in einem separaten Gefäß ab, bis sie sich in ätherisches Öl und Hydrolat trennen.

 

Geringe Ausbeute aus Massen an Pflanzenmaterial

Wenn man die riesige Zahl an Rosensäcken sieht, die Mengen, die in die Destille geschüttet werden, ist es immer wieder erstaunlich, wie wenig dabei rauskommt.

Es werden 3,5 Tonnen Rosenblüten benötigt für 1 Liter ätherisches Öl.

In einem einzigen Tropfen Rosenöl sind circa 30 Rosenblüten enthalten.

Dieses Mengenverhältnis macht nochmal deutlich, wieso das 100 % naturreine ätherische Öl so teuer ist. Oder warum es seit jeher gepantscht und gestreckt wird. Das Öl beinhaltet über 500 verschiedene Inhaltsstoffe, die auf Körper und Psyche wirken. Rosenöl wird in vielen Naturkosmetikprodukten verwendet, denn es ist sehr hautfreundlich und hautregenerierend. Auf unsere Psyche wirkt es bei Angst, Depressionen, Panik und psychosomatischer Herzunruhe. Das Rosenöl gewinnt im Laufe der Jahre an Tiefe und an Duftintensität. Daher sind ältere Rosenöle so kostbar und werden auch gerne in Parfüms verwendet. In der Klinik wird es vor allem in der Gerontopsychiatrie und im Hospiz eingesetzt, zur Begleitung der Sterbenden.

Rosenöl ist eine Kostbarkeit, der Duft alleine kann uns sehr berühren. Für ein gutes Rosenöl kann ich WADI und PRIMAVERA LIFE empfehlen. Ein Tropfen in ein Körperöl gemischt ist eine Wohltat, die wir uns ab und zu doch verdient haben.

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