Ich könnte immer besser sein, ich sehe stets meine Defizite, sehe immer, was noch besser ginge. Nie bin ich mir gut genug, nie ist es passend (gewesen), nie bin ich zufrieden. Denn ich bin mein größter Kritiker. Gehe hart mit mir ins Gericht, kenne keine Gnade, verlange das Unmögliche, kann daher nur scheitern. Ich zweifle immer alles an, hinterfrage es, bis nichts mehr davon übrig bleibt. Fühle mich nicht wohl damit, doch kann es auch nicht bleiben lassen. Ich bin ein Kritiker und ein Zweifler, daran zweifle ich nie.

 

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Der Zweifel gehört zum Leben dazu. Er ist immer wieder ein Gast, den wir begrüßen und dem wir einen Platz anbieten sollten, am besten direkt neben dem Mut und gegenüber der Hoffnung. Wir sind Menschen und der Zweifel gehört zu uns. Er ist die Möglichkeit, sich zu hinterfragen, eventuell Fallstricke zu sehen und somit beseitigen zu können. Doch sollte der Zweifel an Deinem Tisch zu groß werden und die gute Laune und den Mut einschüchtern, gar vertreiben wollen, dann gib ihm mal eine klare Ansage. Zweifel sollte uns im Leben nie so sehr vereinnahmen, dass er uns blockiert. Das andere Extrem wäre, wenn er gar nicht da wäre, was ich mir kaum vorstellen kann. Manchmal ist der Zweifel sicher ein sehr leiser und unauffälliger Gast, kaum bemerkbar, doch anwesend ist er.

Es gibt in jedem von uns Anteile, die wir weniger mögen, doch das ist okay. Auch sie gehören dazu und machen uns erst zu dem, der wir sind – einem Menschen. Wir dürfen hoffen, wir dürfen uns freuen, wir dürfen weinen, wir können platzen vor Stolz, wir dürfen lachen vor Glück, wir dürfen zweifeln, wir dürfen Angst haben. Alles hat seine Berechtigung und ist Teil von uns. Schaue und achte auf Dich. Zweifel, Angst und Trauer sollen nicht Dein Leben bestimmen. Deine Lebensqualität soll nicht eingeschränkt sein.

 

Zweifel als Stärke im Leben

Zweifel ist nicht nur eine Blockade im Leben. Wenn wir beginnen zu verstehen, dass er uns die Möglichkeit gibt, stets genau hinzusehen, gewinnt der Zweifel an Kraft. Denn wer entscheidet, ob es gut oder schlecht ist, ein Zweifler zu sein? Sieh die Stärke auch in der Eigenschaft, die Dich manchmal behindert, erkenne sie an und ihre Stärke. Dann gewinnst Du an Auftrieb. Wenn wir auf dem Weg durch den Zweifel stolpern, sind wir achtsamer und genauer.

 

Kennst Du den ewigen Zweifler? Wie stehst Du zu Deinem Zweifler, seid Ihr vielleicht gut befreundet? Lass es uns wissen, wir freuen uns über Deinen Kommentar.

 

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