Mittlerweile sind ätherische Öle vielen bekannt. Das sind die kleinen Fläschchen mit dem intensiv duftenden Inhalt, die meist in der Duftlampe eingesetzt oder für eine Wohlfühlmassage verwendet werden. Auf vielen Shampoos und Seifen findet man auch das nach Wellness klingende Wort „Aromatherapie“. Ein Begriff, der mittlerweile inflationär verwendet wird, leider. Denn Aromatherapie ist meist doch etwas ganz anderes als das, womit geworben wird. Die ätherischen Öle können weitaus vielfältiger im Alltag eingesetzt werden, ebenso die fetten Öle und die Hydrolate, die ebenfalls dazu gehören.

 

Was genau ist Aromatherapie und woher kommen ätherische Öle?

Die Aromatherapie ist ein Teil der Pflanzenheilkunde. In allen Kulturen wurden früher Pflanzen auf verschiedenste Arten zur Heilung und Linderung von Krankheiten genutzt. Da in Deutschland nur Ärzte und Heilpraktiker therapieren dürfen, wenden viele Gesundheits- und Krankenpfleger die ätherischen Öle unter der Bezeichnung Aromapflege an. Es werden also dieselben Öle verwendet, jedoch kann die Art der Anwendung und Dosierung variieren. Das Ziel der Maßnahme ist nicht Therapie, sondern Linderung und Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen.

Viele Pflanzen bilden als natürlichen Vorgang ätherische Öle aus. In der Pflanze übernehmen sie Aufgaben wie z. B. Schutz vor Bakterien oder Pilzen, sie locken auch ihre Fraßfeinde an oder Insekten zum Bestäuben. Diese natürlichen Öle sitzen z. B. in den Blüten, Blättern, Wurzeln, im Holz oder auch in den Fruchtschalen. Sie sind also Pflanzenextrakte in konzentrierter Form und haben daher einen intensiven Duft. Oftmals aus den Kernen verschiedener Früchte werden die fetten Öle gewonnen, sehr bekannt aus der Küche ist das Olivenöl.

 

Warum und wie wirken die ätherischen Öle?

In dem z. B. durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öl befinden sich viele verschiedene Inhaltsstoffe (wie Monoterpene, Sesquiterpene, Oxide, Ester u. a.). Bei diesem Gewinnungsverfahren entsteht außerdem Pflanzenwasser, auch Hydrolat genannt. Das ätherische Öl hat eine höhere Konzentration an Inhaltsstoffen als das Hydrolat, welches etwas sanfter wirkt. Dennoch können die Inhaltsstoffe nachgewiesen werden und sind mittlerweile immer besser wissenschaftlich erforscht.

Der Duft der ätherischen Öle wirkt über unseren Geruchsinn direkt auf unser Gefühlszentrum im Gehirn, wodurch Botenstoffe, z. B. Serotonin oder Endorphine, ausgeschüttet werden. Sie können in Bruchteilen von Sekunden Erinnerungen wachrufen. Mit einem fetten Öl, z. B. Mandelöl, gemischt, werden die ätherischen Öle über die Haut aufgenommen und wirken auf den gesamten Körper. Bei diversen Beschwerdebildern können mit den Ölen die Selbstheilungskräfte des Körpers positiv unterstützen werden. Durch ihre verschiedenen Inhaltsstoffe werden in der Aromatherapie und Aromapflege die Öle für körperliche wie seelische Probleme gezielt eingesetzt. Denn sie wirken je nach Öl beruhigend, schleimlösend, angstlösend, schmerzlindernd, schlaffördernd, konzentrationsfördernd oder stärken das Immunsystem.

 

Was macht ein gutes Öl aus, wie erkenne ich es?

Da es sich bei den ätherischen und fetten Ölen um Naturprodukte handelt, ist die Ausbeute an Öl jedes Jahr erneut von klimatischen Umweltfaktoren abhängig. Jede Pflanze produziert zudem unterschiedlich viel ätherisches Öl, daher werden unterschiedliche Mengen an Pflanzenmaterial benötigt. So ergeben z. B. bei der Rose 5.000 kg Blüten 1 Liter Öl, aus 80 kg Kraut der Immortelle gewinnt man 1 Liter ätherisches Öl. Bei einem guten Öl werden die Inhaltsstoffe nicht verändert oder angepasst. Für die Aromapflege werden immer 100 % naturreine ätherische Öle von vertrauenswürdigen Firmen verwendet. Denn leider gibt es auch viele naturidentische oder synthetische Öle, die nichts mit den ursprünglichen ätherischen Ölen zu tun haben.

Auf dem Etikett solltest du immer folgende Angaben finden:

  • deutscher und botanischer Name (z. B. Orange und Citrus sinensis)
  • Ursprungsland des Öls (z. B. Italien)
  • verwendeter Pflanzenteil (z. B. Schale)
  • Gewinnungsverfahren und evtl. Lösungsmittel (z. B. Kaltpressung)
  • Bei verdünnten Ölen Prozentangabe (z. B. Jasmin 4 %)
  • Anbauform (z. B. konventioneller Anbau)
  • Füllmenge (üblich sind 5 ml oder 10 ml )
  • Chargennummer

 

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